Markus Köbeli

Lenin

frei zur DE
4 Damen, 5 Herren

„Wie sind Sie eigentlich investiert, Lenin?“ fragt Karl-Heinz Riegler, ehemaliger Fabrikbesitzer mit Krebs im Endstadium den Neuzugang im privaten Seniorenstift und erkennt messerscharf: „Sie pflegen gelinde gesagt ein verkrampftes Verhältnis zum Kapital.“ Nach dem Tod seiner Frau hat Lenin Alpsteg alles Ersparte zusammen gekratzt, um sich endlich was zu leisten. Neben Ehepaar Riegler, das sich seit Jahren mit Haltung anschweigt, warten hier im Heim auch eine verkappte Aristokratin, ein abgehalfterter Mime und eine verwelkte Kapazität der Makrobiologie mit elitärem Gehabe ihrem Ende entgegen, rundum versorgt von Zivi Mark und Schwester Pia, die sich für Trinkgeld schon mal zu kleinen Extradiensten bereit findet. Lenin selbst hat 30 Jahre als Stanzer in den Riegler-Werken geschuftet, bevor man ihn mit einer Rationalisierungsmaßnahme abservierte. Lenins Tage sind gezählt, alle wissen: sein Geld reicht nicht mal für ein halbes Jahr. Eine willkommene kleine Erregung für die noble Gesellschaft. „Spielen wir?“ fragt Riegler seinen Exarbeiter. „Ich glaube nicht.“ „Haben Sie den Ehrgeiz, mich zu überleben? Ist es das?“ Wozu, denkt sich Lenin und macht von dem einzigen Recht Gebrauch, das ihm keiner nehmen kann.

9 Darsteller
Aufführungsgeschichte: EA in Schweizer Mundart: 19. April 2013, Bühne 66 Schwyz, Ibach/Schweiz
Genre/Kategorie:  Schauspiel

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