Wie reagieren junge Menschen, die zwischen widersprüchlichen Empfindungen und unvereinbaren Zielen hin- und hergerissen sind? Wie gehen sie mit Ambivalenzen um, wie wird auf empfundene Ohnmacht reagiert? Woher kommt der Wunsch nach Macht und sie auszuüben? Die Erlebnisse, Erfahrungen, Themen und Geschichten von vier Jugendlichen werden in Kristo Šagors neuem Stück geschickt überkreuz gestellt mit Versatzstücken aus Adolf Hitlers Biografie: Realität und Fiktion überschneiden sich, Banales und Monströses prallen aufeinander.
„Vier unterschiedliche Personen, die doch mehr verbindet, als es zunächst scheint: etwas Dunkles, Bedrohliches, ein Abgrund, der in jedem Menschen schlummert. Kristo Šagor macht in seinem Stück beklemmend spürbar, dass in jedem Ansätze faschistoiden Denkens schlummern, der Hang zur Unterdrückung anderer, kurz: ein kleiner ‚Hitler’.“ (Oberösterreichische Nachrichten, 27.06.2011)
„Als souveräne Darsteller auf Augenhöhe mit ihrem jungen Publikum schleudern Katharina Halus, Katharina Wawrik, Bastian Dulisch und Ralf Wegner provokant denkwürdige Fragen in den Zuschauerraum: ‚Ist es leichter, für etwas zu töten oder für etwas zu sterben?’.“ Ein Leben kann keine definitiven Antworten geben, was übrig bleibt, sind „Fragen, die sich wie Pfeile ins Denken bohren und eingebettet sind in Eckdaten aus Hitlers Biografie (…)“ (Oberösterreichische Nachrichten, 27.06.11)
Die Intention Šagors, außerhalb aller Psychologisierung und Pathologisierung der Figur Hitler, ein Stück über dessen Jugend für die Linzer Kammerspiele zu schreiben, ergänzt sich mit der Inszenierungsstrategie von Dana Csapo, die über die Etablierung einer „Workshop-Situation“ („Die Krone“, 26.06.11) geschickt ethisch-moralische Moratorien für das Publikum schafft. Werner Thuswalder für die „Salzburger Nachrichten“: „Die Aufführung stellt unaufdringlich eine Verbindung her zwischen Hitlers Biografie und der Befindlichkeit Jugendlicher von heute“ und auch „Die Krone“ (26.06.2011) konstatiert „Das Spiel mit den technischen Mitteln und vor allem die freche, wenn auch allzu ‚deutsche’ Sprache treffen genau das Zielpublikum ab 13 Jahren (…)“.
Heinz Wagner komplettiert seine Kritik für „Kurier.at“: „Ob ich mitmach oder nicht, liegt in der eigenen Verantwortung…“