"Alle kriegen dick und werden Kinder" heißt das neue Stück von Kristo Sagor. Der Autor, spätestens seit der Faust -Verleihung 2008 auch ein gefragter Regisseur, hat hier in Doppelfunktion fürs Junge Schauspiel Hannover eine opulente Inszenierung mit jungen Leuten und für diese auf die Bühne gebracht.
""Alle kriegen dick und werden Kinder" ...
erzählt vom kometenhaften Aufstieg zum Star und davon, was dabei auf der Strecke bleibt. 27 Jugendliche, eine Riesenmannschaft, spielen ihre Rollen großartig. ...
Sagor, der selbst Regie führte, malt die von ihm verfassten Szenen genüsslich aus. Witzige Gestalten sind dabei wie Laszlos Elternpaar, Abziehbilder erziehungspolitischer Überkorrektheit, oder die Fan-Zwillinge, die stets im Chor sprechen - da lässt Peter Greeneways Film "Der Kontrakt des Zeichners" grüßen. Und Nicholaas van Diepen entwickelt als Laszlo eine unglaubliche Präsenz, genießt und leidet, zeigt die Entwicklung vom schüchternen Youngster zum charismatischen, selbstfixierten Star, irgendwo zwischen "Helden" und "Ärzten". Gelungen die Gegenbilder zu ihm, sein stiller Songschreiber Vince (Piet Gampert), seine Exfreundin Merle (Awa Naghipour), sein Hotelliebchen Thea (Roxana Rios). So ganz schwul ist Laszlo wohl nicht.
Lazslo in der Kleinstadt, Laszlo in Hamburg: Turbulentes Treiben, witzige Songs ("Opfer meines T-Shirts ist eine geniale Idee), an denen Jean-Michel Tuorette von "Wir sind Helden" mitschrieb."
Neue Presse, 26. Oktober 2009