Glamour & Mythos: "Der große Gatsby" in Hamburg

vom 23.1.2012


© Kerstin Schomburg

Aufbegehren, Eigensinn, Mord & Totschlag, enttäuschte Liebe, Langeweile – das sind Kricheldorfsche Themen. „Was für eine öde Party“ sagt Irina in „Villa Dolorosa“, entstanden im Jahr 2009. „Ich amüsiere mich kein bisschen“, nölt Prinzessin Nicoletta viele Jahre zuvor im ersten Stück der Autorin. Jay Gatsby geht es im New York der Zwanziger Jahre nicht anders: Er hat Geld, er ist ein sagenumwobener Gastgeber ausschweifender Partys, und dennoch ein unglücklicher Glücksritter. Markus Heinzelmann hat Rebekka Kricheldorfs Version des legendären Stoffes in Hamburg inszeniert.

F. Scott Fitzgeralds berühmter Roman bietet den verhängnisvollen Stoff, aus dem auch Kricheldorfsche Personen sind. Auch Gatsby hat sich irgendwann des Nachts „auf die Suche nach einem speziellen Weg ins Nichts“ gemacht. Er sieht, wie seine Gäste feiern, aber er mischt sich nicht unter sie. Sein Blick schweift zum gegenüberliegenden Flussufer, dorthin, wo seine einstige große Liebe heute lebt.

"Fitzgeralds Gatsby-Geschichte ist tatsächlich die einer Wiederbegegnung: Ein armer Kerl arbeitet sich hoch. Sein Vermögen und die Partys, die er veranstaltet, dienen nur dazu, die Frau anzulocken, die einst einen reichen Mann vorzog. Melancholisch grundiert ist sein Aufstieg, weil offenbleibt, ob wirklich die Frau gemeint ist oder nur die Sphäre, der sie angehört." (taz, 15.01.2012)

"Fitzgeralds Roman scheint den Nerv unserer Zeit zu treffen." (Stern, 14.01.2012)

"Ein gelungenes Spektakel, bei dem sich ein bestens gelauntes Ensemble, ein ansprechendes Bühnenbild und ein geschickt gewebter Soundteppich zu einem perfekt inszenierten multimedialen Crossover vereinigten." (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 15.01.2012)

"Das Fin de Siècle wird in dieser Version von 'Der große Gatsby' gründlich travestiert. In guten Szenen (mit fulminanten Dialogen) ist 'The Great Gatsby' im Schauspielhaus 'Californication', in schlechten Slapstick-Momenten Komödienstadel. Das Publikum hatte gegen diese Mixtur überwiegend wenig Einwände: Nachdem Gatsby den Bühnentod gestorben war, verließen frohgemute Theatergänger das Schauspielhaus." (Hamburger Abendblatt, 14.01.2012)

"Turbo-Comedy mit Stakkato-Sprache (...) Das quicklebendige Schauspielhaus-Ensemble lässt sich dies Überdosis Regiezucker zu keiner Sekunde entgehen." (Spiegel online, 14.01.2012)

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