Aus dem Leben eines Billigbestatters

vom 20.9.2011


© Barbara Aumller

"Engel der Armen" nennt er sich, seine Mutter trägt er am Revers - gepresst als Diamant. Dass es preiswertere Arten der Bestattung gibt, weiß Marc Maló sehr genau, denn er bietet sie an: Die Bergbach-, Baumwurzel- oder Almwiesenbestattung gehören zu diesen Varianten. Im neuen Stück des Wiener Autors Clemens Berger geht es bewusst makaber zu, das Staatstheater Darmstadt und Regisseur Martin Ratzinger sorgten bei der Uraufführung für den würdigen Rahmen.

"Der Österreicher hat mit „Engel der Armen" eine Groteske geschrieben, die existenzielle Fragen mit menschlichen Karikaturen, steile Thesen mit schwarzem Humor, boulevardeske Direktheit mit dunklem Geheimnis paart", schreibt Johannes Breckner im Darmstädter Echo (19.09.2011)Besonders hebt er die Rolle Marc Malós hervor: "Für Andreas Vögler ist der Discounter des Todes, der sich gerne mit einer diabolischen Aura umgibt, eine starke Rolle. Halb ist er Maulheld, halb Muttersöhnchen, der seine Monologe gerne an Mami richtet, deren Asche er zu einem Diamanten hat pressen lassen. Diese Zukunft nach dem Tode hätte er gerne auch für sich, aber weil das eine Menge Geld kostet, das seine Frau lieber in Schuhgeschäfte trägt, ist die Aussicht darauf sehr unsicher". Insgesamt urteilt das Darmstädter Echo: "Das ist eine unterhaltsame Angelegenheit, denn Martin Ratzingers Regie findet für die Uraufführung das passende Tempo und auch das rechte Maß an surrealer Überzeichnung, das die Figuren noch in der Wirklichkeit verwurzelt lässt."

Auch Katja Möhrle in der FAZ vom 19.09.2011 zeigt sich vom furiosen Auftakt des Stückes beeindruckt: "Witzig, spielerisch und zynisch - so mutet der Umgang mit Sterben und Tod in den ersten, wie atemlos auf die Bühne geschleuderten Szenen an. Mit preiswerten Almwiesen- und Wurzelbestattungen verdient Maló sein Geld, hilfreich unterstützt von Martina, seiner Sekretärin und Geliebten." Und Judith von Sternburg zieht in ihrer Kritik in der Frankfurter Rundschau (19.09.2011) das Fazit: "Der hingebungsvolle Umgang mit der kleinen Schauerkomödie macht großen Spaß."

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