Hinter Zschokkes EXZENTRISCHEN verbirgt sich eine Schar von Provinzgrößen, die
ein Lebensritual gnadenloser Gewöhnlichkeit und Langeweile vereint. Im
Bahnhofsrestaurant erster Klasse irgendeiner Stadt treffen sich allabendlich und
seit ungezählten Jahren die Baronne, die Schauspielerin Friede Graf, Richter und
Förster, um beim immer gleichen Wein, selbstverständlich aus der Region, der
allumfassenden Sinnentleerung zu huldigen. Längst haben sie alle vor dem Leben
kapituliert.
Dieses Reservat der Zeit zu besichtigen, hat sich Herzog auf den Weg gemacht,
ein Tourist aus der anderen Welt. Anders als in seiner Heimat, wo das Modische
regiert und die Verlogenheit, wähnt er sich hier zu Gast in einem Hort der
Freundschaft. Herzog selbst hat sich schon vor Jahren in die Anonymität
öffentlicher Parks zurückgezogen, frönt einfachen Sinnesreizungen und einem
kühlen Forscherdrang. Die Einheimischen empfinden den Fremden als lästige
Störung ihres Gleichgewichts. Er wird gescheitert sein, was sonst ?
Beim Monologisieren von Erinnerungen blitzen momentweise Empfindungen von Wut
und Trauer, aber auch von Glück auf.
Sprechtheater
- Schauspiel
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