Fickt euch. Punkt. Von Herzen. Steht neben der alten Hollywoodschaukel in Leuchtschrift auf dem Dach von Tines Gartenlaube, Werbeslogan für den Plattenladen, den ihr Sohn Sven demnächst hier aufmachen will. Corinna ist gleich ins Herz getroffen von derart sinnlicher Konkretheit und schmeißt ihr Volontariat bei der Zeitung dem Lokalredakteur vor die Füße, um Sven in Richtung Zukunft zu folgen. Überhaupt bringt Svens Geschäftsidee samt "Starterkredit" und illegal gepressten CDs Aufschwung in die Gesellschaft von gescheiterten Existenzen, die in verfallenden Plattensilos am Stadtrand ihre soziale Misere mit Alkohol, Drogen und krummen Geschäften betäuben. Diesen Frust kennt Sven selber gut, grad neulich hat er's der Glatze, die ihn und Kumpel Stamm aus dem Club geschmissen hat, mit nem Pflasterstein heimgezahlt. Aber dann ist der Fascho plötzlich tot, Svens Erzeuger Tilo zwangsgepfändet und bei der letzten Ische rausgeflogen, weshalb nun auch Stamm auf seinen Anteil am Automatendeal verzichten muss. Und Tine tritt in ohnmächtiger Wut den ganzen frisch gestylten Laden zusammen, als sie erfährt, dass Ex hier heimlich Unterschlupf gefunden hat. "... und wenn wir unten sind, ist unten oben", zitiert der Autor Rene Weller, und überträgt es einschlägigen Titeln aus Rock und Punk, das zu kommentieren.
Sprechtheater
- Schauspiel
| Damen: | 2 |
| Herren: | 3 |
| Bestellnr: | 1650 |
| Ua: | 14. September 2008, Schauspiel Essen |
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