2 Damen, 2 Herren
Der Biograf Victor bekommt den Auftrag, die Biografie des kürzlich verstorbenen Physikers Tristan Wokalek zu schreiben. Wokalek lebte, wie viele seiner Zunft, eher zurückgezogen, hatte wenig Kontakt zu anderen Menschen und das wenige, was über sein Leben bekannt ist, zeigt es als eher unspektakulär.
Der verarmte Victor, dem die BEWAG schon längst den Strom abgestellt hat und der mit seiner Freundin Lisa in ständiger Bedrohung des Gerichtsvollziehers lebt, weiß um die Gesetze der Marktwirtschaft, vor der auch der Buchhandel sich nicht verschließen kann: Eine Biografie ganz ohne Skandale und Neurosen verkauft sich schlecht. Also beginnt Victor in dem spärlichen Doku-Material über Wokalek nach Details zu suchen, die eventuell wilder interpretierbar sein könnten. Dabei steigert er sich immer leidenschaftlicher in seine Interpretationen hinein, er fängt Feuer für sein „Objekt“ und identifiziert sich auch zusehends selbst mit ihm. Dabei vermischen sich Realität, Traum und Imagination immer stärker, bis Victor nicht mehr unterscheiden kann, ob etwas tatsächlich gerade stattfindet oder er es sich nur vorstellt.
