Monolog
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Herr
"Schule ist Zwang. Und Lehrer wie Schüler verdanken diesem Zwang ihre gemeinsame
Existenz." - Deutschlehrer Klamm weiß, wovon er spricht. Die Schüler des
Leistungskurses haben Klamm den Krieg erklärt, die totale Verweigerung. Sie
lasten ihm den Selbstmord eines Schülers an. Nur ein Punkt fehlte dem Prüfling
zum Bestehen des Abiturs, Klamm hatte ihn verwehrt. Klamm redet gegen eine Mauer
des Schweigens an, er argumentiert und verteidigt, er versucht es mit Hohn , mit
Bestechung, mit Drohungen. Immer mehr entpuppt er sich als gestörte
Persönlichkeit, zerrieben von Ehrgeiz und einem Machtwahn, der sich in blindem
Haß und einsamer Verzweiflung Bahn bricht. "Niemand beginnt einen Krieg, den er
nicht gewinnen will. Aber dazu brauchen Sie Waffen.", sagt Klamm und zieht einen
Browning aus der Tasche...
Dieser Monolog von Kai Hensel ist ein spannendes Psychogramm, das den Ursachen
von Gewalt in einem System von Abhängigkeit und Unterdrückung auf den Grund
geht.
"Zur Premiere im Gymnasium Kreuzschule begann und endete das Theaterstück KLAMMS
KRIEG von Kai Hensel fast pünktlich mit dem Klingelzeichen. Auch das
Klassenzimmer war genauso real wie die anwesenden Schüler, die als Publikum jene
schweigende unsichtbare Klasse ersetzen, für die Klamms Monolog bestimmt ist. ..
Nach ein paar Sätzen schon verschwand die übliche Distanz zwischen Publikum und
Schauspieler, und Klamms immer aggressiver werdende Nabelschau knisterte
zwischen den Schulbänken. Alles, was der Text an Atmosphäre benötigt, ist hier
gegeben und braucht an sich "nur" ein starkes Solospiel, was Daniel Minetti auch
bieten kann."
"Nach der eigentlichen Uraufführung in der Kreuzschule kann sich das
Staatsschauspiel inzwischen vor Aufführungswünschen an sächsischen Gymnasien
kaum noch retten. Kalt läßt diese Zuspitzung niemanden , und der Beifall am
Freitag im THEATER OBEN war ehrlich und intensiv."
Dresdner Neueste Nachrichten, 20.11.00
