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Šagor, Kristo  “Unbeleckt”

Zusammen mit Kerzen und Kuchen tischt uns Kristo Sagor eine abgründige
Adventsgeschichte um den Verlust von Unschuld auf. Die Notwendigkeit,
Verantwortung zu übernehmen und dabei Schuld auf sich zu laden, ist ein Thema,
das den Autor bereits in früheren Stücken beschäftigt hat. Indem "Unbeleckt"
eine S/M-Beziehung ins Zentrum der Geschichte rückt, geht Sagor dieser Frage
radikal auf den Grund und zieht auch den Textinterpreten mit in die Verantwortung.

Schon längst hat sich Sascha mit der anhänglichen Denise gelangweilt, und auch
in den obsessiven Flashbacks mit Arndt, seinem zynischen Freund, findet er nur
Ersatzbefriedigung. Beim Chatten im Internet trifft Sascha auf den Türken Murat,
einen schwulen Masochisten. Hat Sascha sich im falschen Channel verirrt?
Fasziniert vom geilen Spiel mit der Macht steigt Sascha ein auf das tabulose
Angebot: "Ich bin, was du willst", lautet Murats rigide einzige Regel. Doch
Sascha unterschätzt die fatale Dimension dieser Begegnung. Noch bevor er Murat
zum ersten Mal berührt, hat Sascha seine "Unschuld" verloren... Und dann ist da
noch Saschas alzheimernde Mutter Oda, um die er sich an den Adventssonntagen
verabredungsgemäß kümmert. Nun aber hat ihm die mit der Pflege überforderte
Schwester die Alte kurzerhand vor die Tür gesetzt. Gleich zweifach in die
Pflicht genommen, flüchtet Sascha zu Arndt und überlässt Murat die Betreuung
seiner Mutter. Einem Moment großer Nähe zwischen den beiden Bedürftigen folgt
der Absturz in die Katastrophe. Denn Murat will seinen Mörder finden, und Sagors
dramatische Konstruktion treibt konsequent ihrem tragischen Ende zu.

Sprechtheater - Schauspiel

Damen:   2
Herren:   3
Ua:   02.05.2002 Heidelberg, Theater der Stadt
Bestellnr:   1288

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