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Bukowski, Oliver  “Stand-by”

Die Figuren, die hier agieren, sind so lächerlich wie bemitleidenswert. Sie
können dem eigenen Glücksanspruch nicht genügen. Ob erfolgloser Autor oder
karrieretrainierter Arzt, ob Folkloreschmuck-Bastlerin oder arbeitsloser
Fotograf - man parkt in der Warteschleife, zelebriert ein intellektuell
gefärbtes Loser-Image als Gemeinschaftsgefühl und ist doch ständig unter Strom:
bloß keine Gelegenheit verpassen, es könnte die letzte sein. Also werden die
Partner getauscht, verkauft man die Ideen des anderen als die eigenen und
saniert in Krisenzeiten das angekratzte Selbstwertgefühl durch eine gute, am
besten soziale Tat. Dass der leidende, weil von Lene verlassene Dr. Tom C.
Könich aber gleich so übertreibt und sich aus dem Krankenhaus eine alte,
pflegebedürftige Lady nach Hause holt, sprengt deutlich den Rahmen der
verabredeten Spielregeln... Mit schonungslosem Blick besichtigt Bukowski (s)eine
Generation, die rastlos nach Halt sucht.

Sprechtheater - Schauspiel

Damen:   3
Herren:   4
Ua:   28.04.2004 Berlin, Deutsches Theater
Bestellnr:   1348

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