2 Damen, 1 Herr
Wie immer hockt Stipe, ein junger Kroate, zur Spätvorstellung allein in seinem
Kinosessel, bereit, in die Sneak der Woche abzutauchen. Aber der Film geht nicht
los. Denn zwei 15jährige Mädchen, nur scheinbar zufällig mit im Zuschauersaal,
wollen, dass endlich mal was Richtiges passiert.
Die "Deutschländer"-Türkin Figen findet ihre heile Familie so uncool wie Kirsten
aus dem Osten ihr asoziales Elternhaus mit dem gewalttätigen Bruder abgefuckt.
Die aggressive Mischung aus Lebensgier und -angst sucht dringend ein Ventil,
und mit einer Wette stacheln sich die beiden Freundinnen gegenseitig an: Schafft
man es, einen fremden Jungen zum Heulen zu bringen? Stipe erweist sich als gut
gecastetes Versuchsobjekt: ahnungslos wird er in dem abgekarteten Spiel voller
weiblicher Raffinesse zwischen Verführung und Zurückweisung, Provokation und
Demütigung hin- und hergeworfen, bis endlich sein wundester Punkt getroffen ist.
Ein verdrängtes Kriegstrauma bricht an die Oberfläche, und die beiden Mädchen
erleben, dass bei einem hemmungslosen Spiel mit Gefühlen letztlich keiner heil
davonkommt.
Eingebettet in jugendliche Kommunikationsmuster und Sprachcodes lotet Sagor eine
spannende Dreiecksgeschichte aus - mit psychologischem Gespür, voller Spielwitz
und überraschenden Wendungen.
