3 Damen, 4 Herren
Sieben Aussteiger auf einer einsamen Insel: Das kann nicht gut gehen. Der philosophierende Zahnarzt Dr. Ritter und seine Gefährtin Dore Strauch, das Kölner Ehepaar Margaret und Heinz Wittmer, die Baronin Wagner-Bousquet und ihre Liebhaber Lorenz und Phillipson - sie alle haben ihre eigenen Pläne für die Galápagos-Insel Floreana. Dr. Ritter - der sich und Dore vor der Ankunft noch mit Stahlgebissen wappnete - will ein vegetarisches Paradies, die Wirtschaftsflüchtlinge Margaret und Heinz suchen eine kostengünstige Umgebung für die geplante Großfamilie. Die Baronin aber plant ein Hotel, das Super-Reiche aus der ganzen Welt anlocken soll. Als sie ihre Füße in der einzigen Trinkwasser-Quelle wäscht, bricht der Konflikt auf und bringt die Beziehungsgefüge ins Wanken...
Schon vor 75 Jahren bezahlten vier der sieben Auswanderer ihre Vision von einer besseren Welt mit dem Leben. Kricheldorf hat für ihr Stück "Floreana" diese wahre Begebenheit als Vorlage gewählt und lässt ihre Figuren wortgewandt aufeinander los. Verpackt in pointierten Dialogen zeigt sie Menschen, die sich einander in einer Ausnahme-Situation begegnen, sich annähern und belauern, verspotten und schließlich zusehen, wie sich das "Überbevölkerungs-Problem" quasi von allein löst.
"Am Ende [...] sind es Wittmers, die bodenständigen Siedler, die sich behaupten und Dore Strauch das Trinkwasser verweigern. [...] Der Abschied von Utopie und Idealen gelingt in dieser Uraufführung ganz leicht und heiter. Der schwarze Sand gibt den Boden und so ist es mit der Trauer, die Rebekka Kricheldorf sorgsam in ihr Stück eingepackt hat. Wie Menschen sich das Paradies vergällen, das ist die wahre Geschichte des Scheiterns, die "Floreana so leichthin erzählt." Neue Luzerner Zeitung, 26.05.2004
"Ein Fressen für das Theater [...], ein Stück für drei Schauspielerinnen und vier Schauspieler, ein Stück mit sieben prallen Rollen und saftigen, bösen Dialogen, ein Stück voller Lebenslust, Liebe, Eifersucht, Komik, Hass, Machtgebaren, Streit, Allianzen, Verrat, Illusion, Desillusion und nackter Lebensangst." Bühne, Mai 2004
