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Tine Rahel Völcker

Die Höhle vor der Stadt in einem Land mit Nazis und Bäumen

2 Damen, 3 Herren

Würden Sie alles aufgeben samt gut bezahltem Job und ohne Not in eine Plattenbausiedlung ziehen? Wo die sozialen Verlierer vorm Supermarkt sitzend die Trostlosigkeit ihres Alltags in Alkohol ertränken und jeden Fremden argwöhnisch beobachten? Holm und Johanna haben dies getan. Er, ein talentierter Architekt, will "nicht mehr mitmachen". Warum noch mehr lebensfeindliche Zweckbauten in die Welt setzen. Warum ein System am Leben erhalten, das statt auf den Menschen nur auf den Konsumenten ausgerichtet ist. Und Holm hat eine Utopie. Denn in der erdrückenden Enge der Platte liegt für ihn zugleich eine besondere Chance für soziales Miteinander. Johanna ist Geschichtsstudentin und von Holms Radikalität fasziniert. Grund dafür ist nicht nur ihr unerschütterlicher Glaube an die Liebe zweier Menschen, die alle materiellen Bedürfnisse zweitrangig werden lässt. Zugleich verspricht sie sich von ihrem selbst gewählten Exil den entscheidenden Schritt zur Vollendung ihrer wissenschaftlichen Arbeit über den Nationalsozialismus. Doch schon der erste Ausflug in die neue, unbekannte Welt endet als bedrohlicher Alptraum.
Tine Völcker stellt mit ihrem Stück vor allem Fragen: Wie weit ist der Mensch für seine Überzeugungen bereit zu gehen? Macht ihn existentielle Not zum Verräter der eigenen Ideale? Soll man Widerstand leisten? In die innere Emigration gehen? Und wie stark muss eine Liebe sein, die all das aushält?

UA: 16. März 2007 Deutsches Nationaltheater Weimar
Genre/Kategorie:  Schauspiel
eingetragen am 19.3.2007

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