Koproduktion Ruhrfestspiele Recklinghausen und Hamburger Schauspielhaus
1
Dame,
2
Herren
Ein Stück zum Thema Kleist sollte es sein. Okay, wie vergegenwärtigt man Kleist? Buchstäblich. Bukowski packt Kleist an der Wurzel. Sein Stück folgt dabei tatsächlichen Lebenssituationen Kleists, lässt die Bühne aber nicht zum Podium für einen Bildungsabend zur Dichterbiographie verkommen. Bukowski erzählt ganz einfach eine Geschichte. Über Kleist, sein Leben, seine Erkrankung. Kleist - ein von allen Sicherheiten befreites Individuum unter dem "Sei - du - selbst!"- Zwang. Da wird der simple, schöne Satz zu Depression und Psychoterror, und die Geschichte eine von heute.
Und Claudi und Wiepert vereinen stellvertretend all jene Frauen und Männer, die Heinrich von Kleist zeitlebens umgaben. Bukowski nimmt sich den Dichter so einfach wie respektvoll vor: menschlich nämlich. Auch diesmal schreibt er mit Lust an schwarzer Situationskomik und Wortwitz. "Wenn die Avantgarde des Postdramas nun so langsam auf allen Bühnen gleich aussieht - wäre da nicht schon wieder ein ganz stämmiges "Theaterstück" aufregend? Also eins mit dem Mut zur kognitiven Überschaubarkeit, Mut zu Anfang Mitte Ende, zu Figur, Konfliktweh, Handlung, bösartig klugem Witz beim Mittrauern?" fragt Bukowski und liefert ein Stück lebenspralles Theater.
