3 Damen, 2 Herren
„Rosa und Blanca“ heißt das Grimm-bekannte Schwesternpaar bei Rebekka Kricheldorf, und auch sonst zielt diese Märchenadaption auf eine intelligent-skurrile Persiflage – natürlich nur für Erwachsene: Auf dem Wege der Adoleszenz und also zu sich selbst haben die beiden pubertierenden Mädchen der Großstadt und ihrer hedonistischen Mama den Rücken gekehrt, um sich im Wald bei den Tieren niederzulassen. Im/mit Grünen lässt sich trefflich streiten über die Probleme der Identität und des Lebens – „Fleisch- oder Pflanzenfresser sein“ heißt hier die tierische Frage. Doch im Idyll lauert gerne der zu kurz gekommene böse Zwerg. Fusel- und kippenberauscht spuckt er übellaunig verstümmelte Fäkalkaskaden aus und macht der Eintracht bald ein Ende. Denn der Bär ist los und steppt selbstbewusst durchs Unterholz (Da kann Bruno, aus dem Sommerloch inzwischen im siebten Tierhimmel angekommen, nur so runtergrinsen). Leider geht mit dem bärischen Macker dann die Natur durch: statt im wild entflammten Schwestern-Zickenkrieg um seine Gunst nun eins der beiden Weibchen zu erwählen, frisst er die leckere Rosa lieber gleich mit Haut und Haar. Zum Happy End reicht’ s eben manchmal selbst im Märchen nicht.
