2 Damen, 2 Herren
"Die Geburt dieses Staates geschah am Tag Null. Hier existiert der Glaube nur noch als Hoffen auf eine Chance zur grenzenlosen Selbstverwirklichung: eine utopische Gesellschaft hat die Gewährleistung der Werte Freiheit und Gerechtigkeit getrennt. Es gibt keine Klassen, keine Privilegien, keine Einkommensunterschiede. Staatsoberhaupt ist "Die Stimme", ein dubioser Zentralrechner, der zugunsten der größtmöglichen Demokratie abwechselnd mit der Stimme von Männern, Frauen und Kindern spricht. Jedes Jahr am 24.12. findet eine Lotterie statt, an der sich jeder Bürger vom 6. bis zum 99. Lebensjahr beteiligen darf. Die Lotterie wird im nationalen Fernsehen übertragen und vom Zentralrechner gesteuert. Als Gewinn winkt die absolute Freiheit. Dem Gewinner ist ab jetzt alles erlaubt, und was er auch tun will oder tut, er bleibt vollkommen straffrei, egal, ob er Morde begeht, Reichtum anhäuft etc. Die Hoffnung, die jeden am Leben erhält, ist die Chance, bei der Lotterie zu gewinnen. Ein Mann gewinnt..."
Aus dem Spielzeitheft 2007/2008 des Staatsschauspiel Dresden
