Heftgarn entspinnt eine vielschichtig verwobene jüdisch-holländische Familiengeschichte - 40 Jahre nach dem Holocausts und doch in seinem Schatten: Nicos Vater Zwart kann die Ermordung seiner ersten Frau nicht verwinden und lässt das an seinen Mitmenschen aus. Dory bekommt ein Kind von Simon, um sich ihren im KZ getöteten Eltern näher zu fühlen. Simon kannte Dorys Vater und könnte selbst ihr Vater sein. Er führt seit 40 Jahren eine glückliche Ehe mit Ada, und ihre gemeinsame Tochter Lea hat vor zehn Jahren Nico, Dorys Exmann geheiratet. Nico, das „Kriegsopfer“, laboriert schwer an seiner Midlife-Crisis. Er trennt sich von Lea und kehrt nach der Geburt von Dorys Sohn Isaac zu Dory zurück. Lea überlässt der ewigen Konkurrentin das Feld, sie übernimmt sogar Isaacs Betreuung und kümmert sich gleichzeitig um Simon. Denn Ada ist inzwischen gestorben, und durch einen tragischen Autounfall sind auch Alexander, Leas erster Mann, und seine Frau ums Leben gekommen. Ihre Tochter Xandra bleibt allein zurück und liefert sich beharrlich Streitereien mit Cham, dem wütend auf Moral pochenden Sohn der betrogenen Exfrau von Nicos bestem Freund…
Herzbergs Figuren suchen nach Orientierung und Lebenssinn. Das Blindsein für sich selbst und den anderen produziert vielfältige Spannungen und lässt die Atmosphäre knistern. Mit psychologischer Tiefe und feinem Humor verwebt die jüdisch-holländische Autorin die Schicksalsfäden einer verzweigten Familie zu knapp-pointierten Szenen und entwirft dabei einen komisch-tragischen Beziehungskosmos.
Sprechtheater
- Schauspiel
| Uebersetzer: | Team in Zusammenarbeit mit der Autorin |
| Damen: | 7 |
| Herren: | 8 |
| Ua: | 27. Oktober 1995, Amsterdam |
| De: | 15. Dezember 1996 Schauspiel Bonn |
| Bestellnr: | 510 |
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