2 Damen, 3 Herren
Teil 1: Ernst, ein ergrauter Künstler, wehrt sich gegen den bevorstehenden Tod,
nachdem sein Arztfreund bei ihm einen Hirntumor im Endstadium diagnostiziert
hat. Eine Pille liegt bereit, die sein Leiden beenden könnte. Bee, Ernsts
Frau, bemüht, sich durch zahlreiche Drinks aufrecht zu halten, hat sein
Lieblingsessen vorbereitet. Dafür hat er ihr einen glücklichen letzten Tag
versprochen. Zum Mahl geladen ist auch Esmeralda, eine von Bees zahlreichen
Vorgängerinnen. Esmeralda hat sich inzwischen einer Geschlechtsumwandlungen
unterzogen. Nicht eingeweiht in das Reglement dieses Endspiels, eröffnet sie/er
das alte Beziehungsmatch neu, bis Ernst erschöpft zusammenbricht. Er greift nach
der rettenden Pille, da wird er von Bühnenarbeitern von der Szene gefegt:
"Niemand stirbt - im Theater".
Teil 2: Ein Wiener Kaffeehaus ist seit Jahren der Treffpunkt von Dr. Grisby und
Dr. Hollunder, zwei mit ihrer Pseudobildung kokettierende Intellektuelle. Ihre
Hass-Gemeinschaft basiert auf einer gemeinsam verleugneten jüdischen Herkunft
und lebt sich in Rassenhass und Antisemitismus aus.
Als ein ungarischer KZ-Häftling an ihrem Tisch um ein Glas Wasser bittend
zusammenbricht, lassen sie den fremdländischen Unruhestifter durch Inspektor
Feinschreiber und die Kellnerin Francesca beseitigen.
Jetzt endlich können sie sich ungestört ihrem Apfelstrudel mit der Extraportion
Schlagobers hingeben. Francesca aber nimmt ihren Hut und verlässt den Saal.
Der 3. Teil des Stückes trägt sich am Ende von Shakespeares Theaterära auf der
Bühne zu. Ein arg gestraffter "Othello" ist soeben gnadenlos beim Publikum
durchgefallen. Richard Burbage, der bedeutendste und eitle Pro-tagonist in jener
berühmten Shakespeare-Companie der "King's Men", beschwert sich beim Autor. Voll
gegenseitiger Missachtung verhöhnen sie ihre jahrzehntelange gemeinsame Arbeit,
bis Shakespeare dem Schauspieler mit dem "Sturm" sein neustes Stück anheim
stellt, um sich selbst endgültig vom Theater zu verabschieden. Begierig sucht
Burbage nach seiner neuen Rolle...
