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Kristo Sagor

Trüffelschweine

2 Damen,

Der Wohnwagen von Saskias verstorbener Oma ist ein einsames Versteck. Saskia (18), das "Blondi" aus sehr einfachen Verhältnissen, hat Rike (15), wohlbehütetes Scheidungskind aus Oberneuland, hier an einen Stuhl gefesselt. Mit der Entführung will Saskia Rikes Vater erpressen, damit der die Strafanzeige gegen ihren kriminellen Freund zurückzieht. Die Zeit vergeht, die Nervosität steigt - niemand reagiert auf die Forderung. Und während die beiden Teenager sich gegenseitig quälen und belauern, wird die Grenze zwischen Täterin und Opfer brüchig, die Machtverhältnisse geraten ins Wanken und verkehren sich. Es stellt sich heraus, dass anscheinend keiner die Mädchen vermisst. In ihrer aussichtslosen Situation nähern sich die zwei widerstrebend einander an. Empfinden sie doch dieselben Sehnsüchte, dieselben Enttäuschungen, dieselbe Wut. Gierig wie Trüffelschweine, denen man etwas wertvolles vor die Nase hält, was sie nur aufspüren, aber nicht bekommen sollen, suchen Saskia und Rike nach Liebe und Anerkennung - zwei Mädchen im Ausnahmezustand.

Bereits zum dritten Mal hat der junge Autor Kristo Sagor hier mit dem Bremer MOKS-Ensemble ein Stück als work in progress erarbeitet. Aus der gemeinsamen Arbeit sind bislang die Stücke Fremdeln und FSK 16 entstanden, die beide auch an anderen Theatern erfolgreich gespielt werden.

Uraufführung: 13. November 2004, MOKS am Bremer Theater
Genre/Kategorie:  Jugend
eingetragen am 2.2.2005

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