2 Damen, 4 Herren
Palle hat der Stadt den Rücken gekehrt, draußen auf dem Lande erhofft er sich ungestört an einem Roman über die absolute Einsamkeit arbeiten zu können. Sein attraktives Landhaus grenzt an einen Hof, den Mirja aufopferungsvoll allein bewirtschaftet, seitdem ihr Mann Sascha pflegebedürftig ist und seine Verzweiflung darüber in zynischen Attacken an Mirja abreagiert. Bei Palle findet Mirja Zuspruch und manchmal auch praktische Hilfe. Mitten in dieses stille Arrangement platzt Aribert, einstiger WG-Gefährte, den Palle seinerzeit um Job und Freundin brachte. Aribert, schon früher ein labiler Mensch, scheint inzwischen vollends aus der Bahn geworfen. Er nistet sich bei Palle ein. Als sich auch noch Petri dazu gesellt, eine junge Mutter, die auf der Flucht vor Kind und Kindesvater bei Mirja als Aushilfe anheuert, gerät das Refugium des Dichters in Auflösung: Aribert erkennt in der unsteten Petri seine Seelenverwandte, doch das Mädchen fühlt sich heftiger zu Palle hingezogen. Dieser sucht bei Mirja Halt, die ihrerseits hilflos mit ansehen muss, wie der gehbehinderte Sascha vom Alkohol beflügelt aufs Fahrrad steigt und zudringlich um Petri wirbt...
"Steppe" nennt Tine Rahel Völcker jenen Ort, wo einsame Menschen mit ihrer Sehnsucht nach dem Leben stranden - und Tschechow lässt grüßen.
