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Pirandello, Luigi  “Limonen aus Sizilien”

Die Heirat mit der bettelarmen Teresina haben Micuccios Eltern nicht erlaubt, denn er war ja schon wer: Flötist im städtischen Orchester. Vor Kummer, um nicht zu viel nachzudenken, hat Teresina angefangen zu singen, und er, der Musiker, wusste sogleich: Eine göttliche Stimme, man muss sie ausbilden. So hat er sein kleines Erbe verkauft, ein Klavier angeschafft, den Unterricht bezahlt, später das Konservatorium... und nun, nach Jahren, macht er sich auf, sie wieder zu finden. Da steht er, verschmutzt, übermüdet, nach zwei Tagen Reise in ihrem Salon, bespöttelt von der Dienerschaft, seinen Beutel mit Limonen in der Hand, die er in der Heimat für sie gepflückt hat, verloren in all dem Prunk, geblendet, gepeinigt dann, als er ihr endlich gegenübersteht, der Primadonna assoluta mit ihrem grellen Lachen, mit ihren Klunkern und ihrem Plunder, umgeben von ihrem befrackten Hofstaat. Nichts ist geblieben. Eine Illusion hat sich aufgelöst. Er geht.

Sprechtheater - Schauspiel

Uebersetzer:   Richert, Georg
Damen:   3
Herren:   2
Ua:   9.12.10 Rom, Teatro Metastasio
De:   15.1.25 Darmstadt, Landestheater
Besetzungshinweis:   Stat.
Bestellnr:   975
Werkangaben:   Stück in 1 Akt

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