Jean Anouilh

Antigone

Tragödie
4 Damen, 7 Herren

"Ich bin nicht da, um zu verstehen. Ich bin da, um dir ein Nein entgegenzusetzen und zu sterben", lautet bei Anouilh das radikale Credo der Antigoné. Der Autor hat Sophokles' Drama um Macht und Generationskonflikte dialektisch neu gesehen. Den antiken Chor verwandelt er in einen Moderator, der uns von Anfang an die tödliche Zwangsläufigkeit der Tragödie vor Augen hält. Im Kampf um die Macht in Theben haben sich Antigones Brüder Eteokles und Polyneikes gegenseitig umgebracht. Aus Gründen der Staatsräson und des gesellschaftlichen Friedens wegen ließ Kreon, Onkel Antigones und neuer Herrscher in Theben, Eteokles zum Helden, den Bruder aber zum Staatsfeind erklären und seine Bestattung unter Todesstrafe verbieten. Antigone, jung, rebellisch und ganz von Idealen erfüllt, will diesen politischen Schachzug nicht akzeptieren, sie bedeckt Polyneikes Leichnam. Kreon, der sie nun töten lassen müßte, bietet ihr einen Ausweg an. In einem rhetorisch brillanten Duell prallen bei Anouilh kompromißloser Individualismus und ein gesellschaftliches Ordnungsprinzip aufeinander - ein Kampf in dem es nur Verlierer gibt.

11 Darsteller
Aufführungsgeschichte: UA: 04.02.1944 Paris, Théâtre de l'Atelier
DE: 30.03.1946 Darmstadt, Landestheater
Originalsprache: Französisch
Genre/Kategorie:  Schauspiel

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