Raabe, Wilhelm / Schanz, Peter

Der Afrikaner

5 Damen, 8 Herren

Als Student ausgebüchst nach Afrika, zehn Jahre Gefangener der Königin Kulla Gulla im Herzen der Finsternis, ist der Vagabund Leonhard Hagebucher plötzlich wieder da. Plumpst aus dem Bauch einer transkontinentalen Giraffe direkt ins heimatliche Bumsdorf. Schmutzig, schrundig, struppig. Und wir fragen bang mit der grämlichen Mutter Hagebucher: „Zehn Jahre Neger? Was soll aus dem bloß noch werden?“
Um den Kulturschock geht es im „Afrikaner“, dem Drama, das Peter Schanz nach Wilhelm Raabes Roman „Abu Telfan“ geschrieben hat. Darum, wie der verlorene Sohn in der engen Spießerwelt rasch zum Störenfried wird, dem die Heimat zuweilen so exotisch, unfrei und barbarisch erscheinen will wie den braven Bürgern ein „Negerkral“.
Der Uraufführung am Staatstheater sah man in der Residenzstadt Nippenburg (alias Braunschweig) mit banger Spannung entgegen: Kann das gut gehen, tuschelten die Honoratioren, einen so dicken, so episch breit erzählten und wohl auch etwas angestaubten Wälzer auf die Bühne zu hebeln?
Es ging gut. Sehr gut. Schanz, dem Regisseur Udo Schürmer und dem Bühnenbildner Markus Pysall ist ein äußerst kurzweiliger Abend gelungen. Voller Ironie, witziger Ideen, schräger Typen, starker Bilder. (…) Volkstheater im besten Sinne.
Kultur, 2002

Literarische Vorlage: Raabe, Wilhelm
Originaltitel: Abu Telfan oder Die Rückkehr vom Mondgebirge
Besetzungshinweis: kl. Rollen
13 Darsteller
Aufführungsgeschichte: UA: 27.04.2002 Braunschweig, Staatstheater
Genre/Kategorie:  Freilicht, Schauspiel

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