Šagor, Kristo

Der eigene Raum

3 Damen, 4 Herren

Die erste Szene von "Der eigene Raum" habe ich im Zug geschrieben, als ich von Berlin nach Bochum fuhr. Unterwegs ist die größte Entfernung. Die Sicherheit des ersten Ortes ist verloren, die Sicherheit des zweiten noch nicht errungen. Der Reisende ist heimatlos, und im Purgatorium des Unterwegs ergreift seine Einsamkeit das Wort.
Die geliebten Menschen sind zählbar wie Extremitäten oder Kontinente. Sterben sie, ist der Übrigbleibende heimatlos. Bazon Brock fordert: "Der Tod muss abgeschafft werden. Diese verdammte Schweinerei muss aufhören. Wer ein Wort des Trostes spricht, ist ein Verräter." Und Blumfeld singen: "Von der Unmöglichkeit - nein - zu sagen, ohne sich umzubringen." Der Selbstmord des Übriggebliebenen ist eine Tautologie: Der Tod ist der Tod ist der Tod ist der...
Die Hauptfigur von "Der eigene Raum" sagt: "Der eigene Raum, das ist das abschließbare Bad. Meine Darmschläuche und ich." Der eigene Körper ist die letzte Scholle, nachdem alle anderen gegangen sind. Wenn alle gegangen sein werden, werde ich meine einzige Heimat sein.
Kristo Šagor

7 Darsteller
Aufführungsgeschichte: UA: 12.10.2008 Bochum, Schauspielhaus
Genre/Kategorie:  Schauspiel

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