Rebekka Kricheldorf

Testosteron - eine schwarze Parabel

2 Damen, 4 Herren

Rebekka Kricheldorfs schwarze Parabel über moderne männliche Heldenmythen nimmt das Grimmsche Märchen Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen zum Ausgangspunkt. Im Märchen gewinnt der angeblich Dümmere von zwei Brüdern dank seiner speziellen Gabe, sich vor nichts zu fürchten, am Ende einer gefährlichen Odyssee die Königstochter.
Auch in Testosteron konkurrieren zwei Brüder beziehungsweise zwei Männlichkeitsentwürfe: Ingo, erfolgreicher Arzt, ist ein Inbild des modernen Mannes, getrieben von der Furcht vor schädlichen Zusatzstoffen in Lebensmitteln und der Angst vor dem Werteverfall seiner Immobilien. Sein Bruder Raul war lange bei der Fremdenlegion, lebt ohne Arbeit im schlechten Viertel der Stadt und schreckt vor Gewalt keineswegs zurück. Als Ingos Freundin entführt wird, muss er seinen furchtlosen Rambo-Bruder um Hilfe bitten …
Figurenkonstellation und Themen des Märchens aufgreifend, untersucht Rebekka Kricheldorf, wie sich Angst beziehungsweise Angstfreiheit auf eine scheinbar abgesicherte Gesellschaft auswirkt. Ist Angstfreiheit Mut oder Dummheit, sind angstfreie Männer tatsächliche Helden oder leiden sie einfach an einer Empathiestörung?
Nach "Robert Redfords Hände selig", der Märchenpersiflage"Rosa und Blanca" und dem satirischen Katastrophenszenario "Das Ding aus dem Meer" ist "Testosteron" eine weitere Auftragsarbeit von Rebekka Kricheldorf – ausgezeichnet mit dem Kasseler Förderpreis Komische Literatur 2010 – für das Staatstheater Kassel.
Staatstheater Kassel

6 Darsteller
Aufführungsgeschichte: UA: 23.11.2012 Kassel, Staatstheater
Genre/Kategorie:  Schauspiel

Übersetzungen in andere Sprachen: Spanisch

Wenn Sie sich als Nutzer anmelden, können Sie hier online Ansichtsexemplare bestellen

Gustav Kiepenheuer Bühnenvertriebs GmbH 2007 | Datenschutz | Impressum | Kontakt