Peter Schanz

Altensalzkoth

3 Damen, 4 Herren

Von 1946 bis 1950 lebte in der Nähe von Celle ein Mann namens Otto Henninger. Er arbeitete als Holzfäller, Gelegenheitsarbeiter und Eierhändler, bis er nach Argentinien floh, weil er Adolf Eichmann war. Einer der meistgesuchten Kriegsverbrecher, mitverantwortlich für die Ermordung von sechs Millionen Juden in Europa, konnte sich in Celles unmittelbarer Nachbarschaft verstecken und unter falschem Namen Handel treiben. Wie war das möglich, dass Eichmann unerkannt in die Lüneburger Heide kommen konnte, dass er hier vier Jahre unbelangt leben und von hier aus ungehindert nach Südamerika fliehen konnte?
Die Recherche für Altensalzkoth berücksichtigt Dokumente und Zeitzeugen-Berichte, beinhaltet Fragen an die Nachbarschaft und sucht das Gespräch: Wie sah das nachbarschaftliche Leben mit diesem Verbrecher gegen die Menschlichkeit aus? Wer hat noch welche Erinnerung? Wer weiß von seinen Eltern oder Großeltern Geschichten? Was erzählt man sich im Dorf? Was erzählt man und was verschweigt man Fremden im Dorf? Gibt es Scham? Gibt es Gleichgültigkeit? Gibt es Trotz oder Ärger? Und wie gehen wir mit der Erinnerung um – in Altensalzkoth, in Celle, in Deutschland? Der Abend will mit den Mitteln des Theaters mehreres liefern: Informationen über den nach wie vor kaum bekannten, unglaublichen Vorgang um Eichmanns Jahre im Landkreis Celle; Fragestellungen zur Nachbarschaft des Bösen, zu persönlichem Engagement und kollektiver Verdrängung; einen Diskussionsbeitrag zur Frage nach dem Fortdauern einer Pflicht zur Aufarbeitung des Nationalsozialismus; einen Diskurs über die heutige gesellschaftliche Aufgabe von Kunst und Kultur.
Peter Schanz

Originalsprache: Deutsch
7 Darsteller
Aufführungsgeschichte: UA: 15.02.2013 Celle, Schlosstheater
Genre/Kategorie:  Schauspiel

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