Rebekka Kricheldorf

Homo empathicus

„Aber was bleibt dann noch von diesem geheimnisvollen guten Leben, wenn der Konsum, Leistung oder Status gestrichen sind? (…) Rebekka Kricheldorf hat das Problem klar erkannt und schlägt zur Güte ein neues Menschenbild vor.“ (Theater Heute) Der neue Mensch ist nicht mehr der Homo Sapiens, sondern der Homo empathicus und lebt in einer Idylle, die nur utopisch sein kann. Geschlechterkategorien sind aufgehoben, ‚sie‘ und ‚er‘ werden zu ‚es‘. Sportives, Ernährendes, Musizierendes, Hygienespezialisiertes kuscheln und machen sich unentwegt Komplimente, sagen Dinge wie „Es gibt hier keine Gewinner und Verlierer. Wir haben alle gewonnen, und zwar Selbsterkenntnis.“. Der Professor, pardon, Dozierendes Möhringer verschreibt den Menschen, falls sie doch mal abtrünnig werden, Lachübungen und Gesprächstherapien. Konflikte werden hier per se ausgeschlossen und sind damit vorprogrammiert. Als Eva und Adam, saufend, rauchend, streitend, sie [sic!] in rotem Kleid auf High-Heels und er [sic!] im Anzug statt in Einheitskleidung in das Paradies einfallen, gerät die Harmonie ins Wanken – die höchst empathischen Bewohnenden beschließen, dass diese ‚Wilden‘ unerwünscht sind und dringend beseitigt werden müssen. Doch im letzten Moment geben Eva und Adam ihre wahre Identität zu erkennen…
„Kricheldorf skizziert eine Gesellschaft, in der politische Korrektheit ins sprachliche Extrem getrieben ist. Dass das nicht langweilig wird, ist der Sprachspielfreude der Autorin zu verdanken.“ (Nachtkritik, 4. Oktober 2014)

26 Darsteller
Hinweis: 2015 Einladung zu den Mülheimer Theatertagen
Aufführungsgeschichte: UA: 03.10.2014 Göttingen, Deutsches Theater
Genre/Kategorie:  Schauspiel

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