Novarina, Valère

Die Rede an die Tiere

1 Herr

Irgendwo auf einem Friedhof für Menschen und Tiere. Ein Mann geht zwischen den Gräbern umher und betrachtet die Grabinschriften. Er denkt über die Lebensgeschichten der Verblichenen nach und tritt dadurch in einen Dialog mit den toten Tieren. Niemand antwortet ihm. Nur seine eigene Gedankenstimme meldet sich und zieht den Mann immer mehr in einen flammenden Monolog hinein. Seine Rede ist ein Herauskehren seines eigenen Inneren von seiner Geburt bis zu seinem Tod. Dabei ist sein Leben bestimmt von Leere und Monotonie. Tod und Begräbnis dominieren von Anfang an den Gesprächsverlauf: „Tiere, man hat mich ohne jedes Loch zur Welt gebracht als bloß ein Grab in meiner Reichweite. Genannt hat man mich den, der den Tod noch vor dem Leben entgegennahm wie jeder hier.“ Das Stück ist durch keine stringente Handlung gekennzeichnet, sondern vielmehr durch den Umgang mit Sprache. Wie für die Texte von Valère Novarina typisch, sind es die fabelhaften, surrealen, poetischen Schattierungen von Sprache, die die Besonderheit des Gesagten ausmachen.

Übersetzer: Verschuer, Leopold von
Originaltitel: Le Discours aux animaux
Originalsprache: Französisch
1 Darsteller
Aufführungsgeschichte: UA: 19.09.1986 Paris, Théâtre des Bouffes du Nord (im Rahmen des "Festival d' Automne")
DSE: 29.05.2016 Berlin, Deutschlandradio Kultur
Genre/Kategorie:  Monolog

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