Mariette Navarro

Ausbreitungszone

„Wir probieren ein paar Ideen aus. Wir brechen eine kleine Bresche in die Welt. Einen Ort der Ruhe.“ Ausbreitungszone erzählt von Ausbrechern aus der „ordentlichen Stadt“ mit ihren „Bioläden als Naturersatz“, von Ausbrechern aus dem Lichtbad im Scheine des Computerbildschirms und aus den Verirrungen der täglichen Höflichkeitsfloskeln. Stimmen flüstern von der Entfremdung des Großstadtmenschen und siedeln sich im Wald an.
Dort müssen sie Altbekanntes neu erlernen: „Man wird mit dem allen wieder von vorne anfangen müssen. Dem Jagen, dem Sammeln“, dem Bäumehochklettern, dem Hüttenbauen…
Doch möchte der Wald sie überhaupt aufnehmen? Und kann die sich gerade erst selbst-findende Gesellschaft standhaft bleiben gegen eine ganze Armee Andersdenkender, die sich drohend anschickt, in das Refugium einzumarschieren? Doch alle gegnerischen Maßnahmen laufen hier ins Leere, denn kein Feind ist in Sicht.
Ausbreitungszone ist ein beseelender Appell: „wovon die Leute sagen, man könne es nicht tun – indem man es tut, merkt man, dass man es sehr wohl tun kann.“
Was zunächst an Besetzungen wie die des Hambacher Forsts erinnert, ist eine hymnische Utopie, in der sich schließlich die Grenze zwischen Wald und Stadt insgesamt aufzulösen beginnt. Vorahnend sind Mensch und Natur in der dramatischen Sprache bereits vereint, wo die Sprecher zitternde Blätter sind, Bärenspuren hinterlassen und Gesichter zu Sonnenblumen werden.

Übersetzer: Verschuer, Leopold von
Originaltitel: Zone à étendre
Originalsprache: Französisch
Besetzungshinweis: 5-10 DarstellerInnen (oder mehr)
Aufführungsgeschichte: UA: 15.10.2018 Paris, Conservatoire National Supérieur d'Art dramatique
DSE: 15.06.2019 Braunschweig, Staatstheater
Genre/Kategorie:  Jugend, Schauspiel

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