Laucke, Dirk

Ich liebe Dir

1 Herr

Enttäuscht wartet Papa Maik wieder einmal vergeblich auf seinen 12jährigen Sohn – hat der denn wirklich Angst vor Ostdeutschland? Jedenfalls lebt er schon lange bei der Mutter, die im tiefsten Westen eine neue Beziehung eingegangen ist. Offenbar eine gute Partie der Typ, so ein Schwäbischer Öko-Laden Chef mit SUV unterm Hintern, das regt Maik mächtig auf. Wie er überhaupt so einiges richtigstellen muss, was da täglich durchs „Fulljeton“ gejagt wird. Political Correctness ist nicht Maiks Ding, und bei den Themen Ökologie und FFF-Greta hat er genauso seine eigene Sicht, wie zur Einwanderung und Herkunft Ost, Vereinzelung in der digitalen Welt und zu Ausbeutung und Kapitalismus sowieso. Denn eins sollte allen klar sein: Maik kommt aus einer antifaschistischen Familie, und das will er unbedingt auch an den Sohn weitergeben! Hier gilt es Werte zu verteidigen, wenn nötig mit der (trainierten!) Faust. Zugegeben hat Maik auch viel Zeit für seine Gedanken – alleinstehend und gelegenheitsjobbend hält sich der arbeitslose Musiker über Wasser, gönnt sich regelmäßig nur den Fußball, und auf das Bierchen würde er auch ungern verzichten.
Papa Maik ist ein Antiheld, der seinem Publikum einen Perspektivwechsel abverlangt. Und bei allem Ärger darüber, wie die Welt eingerichtet scheint, verliert er nie den Humor und die feste Überzeugung, dass eben diese Welt verändert gehört.

1 Darsteller
Aufführungsgeschichte: UA: 28.10.2020 Weimar, Deutsches Nationaltheater
Genre/Kategorie:  Monolog, Schauspiel

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