Šagor, Kristo

Nibelungenleader

2 Damen, 4 Herren

Was hat das um 1200 entstandene „Nibelungenlied“, dieser große europäische Menschheitsmythos mit uns zu tun? Was sagt uns das Epos heute über Machtstrukturen und Schuld, was über Helden, Männer- und Frauenbilder?
Siegfried ist der Inbegriff des Helden. Er besiegt einen Drachen, badet in dessen Blut und wird dadurch fast unverwundbar. Er erbeutet ein zauberstarkes Schwert, eine Tarnkappe und den sagenhaften Schatz der Nibelungen. Dann wirbt er um die stolze Kriemhild, und sie heiratet den attraktiven Mann, ohne zu ahnen, dass sie dabei zugleich Bestandteil eines Männerdeals wird. Ihr Bruder Gunther, der König von Burgund, will Brynhild zur Frau, die als unbesiegbar stark geltende Herrscherin von Island. Gunther braucht dazu aber Siegfrieds Hilfe – nicht nur im Wettkampf, auch im Bett. Die misstrauisch gewordene Kriemhild reibt Brynhild dieses Geheimnis unter die Nase, und die nun offen aufbrechende Rivalität der beiden Frauen bringt den ganzen Staat ins Wanken. Siegfried wird hinterhältig ermordet, Kriemhild nimmt blutige Rache und das Töten von nun an kein Ende mehr…
Wer in diesem Rache-Reigen ist Täter und wer Opfer? Der Begriff der Nibelungentreue wurde in Bismarck-Deutschland zum politischen Kampfbegriff und später von den Nazis radikal für den Führerkult instrumentalisiert. Welche aktuellen Bezüge gibt es zu den historischen Schichtungen des Stoffes? Kristo Šagor entwirft ein Rollenspiel aus verschiedenen Perspektiven und nimmt die Nibelungen zum Anlass, um über Helden und Macht, Drachen und Geschlechterrollen neu nachzudenken.

6 Darsteller
Aufführungsgeschichte: UA: 03.10.2020 Konstanz, Theater
Genre/Kategorie:  Jugend, Schauspiel

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