Darf der Mensch GEHEN wann er es will?

vom 28.1.2019


Bild: Thomas M. Jauk

fragt der Autor Jean-Michel Räber in seinem gleichnamigen Stück. Die gesellschaftlich hoch brisante und kontrovers diskutierte Frage nach selbstbestimmtem Sterben und erlaubter Hilfestellung dabei trifft hier sehr konkret eine Familie ins Mark ihrer Beziehungen. Regisseur Frank Abt und sein Inszenierungsteam, allen voran seine sechs überzeugenden Schauspieler, nehmen sich dieser Geschichte am Hans Otto Theater Potsdam auf einfühlsame Weise an – ohne Gewähr auf eine endgültige Antwort.

PRESSESTIMMEN
„Die Spielplanentscheidung ist mutig, ein so heißes Eisen wie selbstbestimmtes Sterben auf die Bühne zu bringen. Der Autor Jean-Michel Räber (…) gibt ihm in GEHEN ODER DER ZWEITE APRIL neben dramatischen auch komödiantische Züge. Für den Zuschauer ist die Ausgangslage von Anfang an klar: Lore und Arno, seit 50 Jahren ein Paar, wollen gemeinsam aus dem Leben scheiden. Bei ihm zeigen sich erste Anzeichen von Alzheimer, und sie will kein Leben ohne den Ehemann. So haben sie ihre drei Kinder zum Essen eingeladen, um ihnen den Beschluss zu eröffnen. Doch (…) die bringen so viele eigene Probleme mit ins Haus, dass das eigentliche Thema in den Hintergrund gerät. (…) So wird das Stück zunächst ein Diskurs über den Umgang der Generationen miteinander. (…) Das Publikum nimmt die bedenkenswerte Uraufführung mit viel Beifall auf.“
Frank Starke, MAZ (Märkische Allgemeine Zeitung, 21. Januar 2019

„Autor Jean-Michel Räber, dessen Stück am Freitag in Potsdam uraufgeführt und mit Bravos gefeiert wurde, schiebt ein zweites, nicht einkalkuliertes Ende nach. Was ein neues Thema aufmacht. Noch eins. Dieses Stück ist prallvoll davon, denn es sticht hinein ins Wespennest Familie, in all die unausgesprochenen Verletzungen, die sich über Jahre aufstauen und sich nun – im Angesicht des Todes – Bahn brechen. (…) Diese Inszenierung von Frank Abt findet die Balance, nicht in Betroffenheit zu ersticken. (…) Es steckt viel drin in den kurzen Dialogen, die den Zuschauer immer wieder ins eigene Leben führen. (…) Es werden Fragen aufgeworfen, Haltungen hinterfragt. Was habe ich für ein Recht, über Leben und Tod zu entscheiden? Damit bleibt der Zuschauer am Ende allein. So wie die Protagonisten auf der Bühne. Was er mit nach Hause nimmt? Ein berührendes Stück, getragen von Schaunachwirken“
Heidi Jäger, PNN (Potsdamer Neueste Nachrichten), 21. Januar

„Dieses emotionale Thema braucht aber auch einen feinen, liebevollen Komponisten wie Räber und einen Dirigenten wie Frank Abt, um es in zarten Weisen auf die Bühne zu bringen. Die Drehbühne (Michael Köpke), auf der eine Küchenecke und ein Klavier sich langsam im Uhrzeigersinn drehen, ist genau richtig schmucklos und lenkt daher nicht ab vom Geschehen. Zu Schluss dreht sie sich nicht mehr… Der große und lange Schlussapplaus ist keine Überraschung: Dem Hans Otto Theater ist mit dieser Uraufführung ein fulminanter Abend gelungen.“
Speak Up der Universität Potsdam, 21. Januar

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