Prost, Droge! Neues von Rebekka Kricheldorf in Kassel

vom 29.1.2019

Vier Damen, eine Droge
Bild: Marina Sturm

Es ist die Droge höchstpersönlich, die dieses Stück eröffnet. Zunächst stellt sie sich in all ihren Facetten vor, dann blickt sie ins Publikum und erkennt: eine Geschichte über sich als Rotwein, als Droge Alkohol könnte hier am Platze sein

In ihrer neuen Auftragsarbeit für das Staatstheater Kassel erzählt Rebekka Kricheldorf die Geschichte einer Intervention, mit der drei Freundinnen die gefährdete Lily aus der Promillefalle holen wollen.

"Rebekka Kricheldorf seziert in ihrem Theaterstück „Intervention“ unseren Umgang mit dem Rausch – und geht von einer Durchschnittsfrau aus, Annika, die die alte Schulkameradin Frans und Lieblingstante Marlene ihrer besten Freundin Lily eingeladen hat für eine Intervention. Ziel: Lily konfrontieren mit der geballten Besorgtheit des sozialen Umfelds. Das Staatstheater Kassel zeigt „Intervention“ als Uraufführung, die ausverkaufte zweistündige Premiere am Donnerstag im Tif wurde kräftig beklatscht. (…) Das ist sprachlich und analytisch ganz oft brillant, auf Kricheldorfschem Top-Niveau (…)."

Bettina Fraschke, HNA, 28.01.2019

„Und als sich die therapieresistente Lily als unbelehrbar geoutet hat (weil sie kein Problem damit hat, mittelmäßig zu sein und ohne Visionen und gelegentlich eben auch haltlos), bietet das Zauberwesen namens "Droge" ihr ein neues Leben an: als Inkarnation der "Liebe" vielleicht? (…) auf dieser schrägen Kommentar-Ebene gewinnt das gruppendynamische Experiment an Tiefe; wie ja Kricheldorfs Figuren oft aus eher banaler Alltäglichkeit in die philosophische Selbstbetrachtung hinüber driften. Schirin Khodadadians Inszenierung spielt mit Selbst- und Fremd-Bildern der Frauen untereinander, und sie hält auch Kricheldorfs Komödien-Maschinerie klug auf Trab in der Ausstattung von Ulrike Obermüller, die intensiv mit dem Gold spielt, der Glanz- und Sehnsuchtsfarbe.“

Michael Laages, nachtkritik.de, 24.01.2019

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