Freital – hinter den Schlagzeilen

vom 18.3.2019


Bild: Sebastian Hoppe

„Der Titel der jüngsten Dresdner Bürgerbühnen-Inszenierung ist deshalb gut gewählt: FRÜHER WAR ALLES nennt Dirk Laucke sein Stück, für das er Freitaler verschiedener Generationen befragte und daraus den Text entwickelte. Jan Gehler, in der Zusammenarbeit mit Laucke erprobt, inszeniert die „Geschichten von Träumen und Abwicklungen“ mit 17 Freitalern, die Älteste Jahrgang 41, die Jüngsten 2005 geboren.“

… beschreibt Katja Solberg in der Sächsischen Zeitung und ergänzt: „So oder so ähnlich haben Freitaler die vergangenen 50 Jahre erlebt, wenn auch nicht unbedingt die, die auf der Bühne diese Rollen spielen. Nichts in diesen drei Kapiteln ist nur ausgedacht oder strikt dokumentarisch.“
Sächsische Zeitung, 11. März 2019

„Es ist ein Auftragswerk für die Bürgerbühne am Staatsschauspiel über das sächsische Freital, wo laut Theaterhomepage „Anschläge auf Asylsuchende 2015für Negativschlagzeilen gesorgt haben, die das mediale Bild der Stadt Freital bis heute prägen“. Dirk Laucke, der Autor, sollte „ein dokumentarisches Stück über Freital schreiben, das hinter diese Schlagzeilen schaut.“ Das ist ihm auf besondere Weise gelungen. (…) Wobei ihn - das hat er im Interview mit MDR Kultur gesagt – eher die sozial engagierten Leute und die älteren Leute aus Freital interessiert hätten. Es seien die nicht so lauten Stimmen als Gegenbild zu den Rechten, die in den Medien sehr präsent seien.“
MDR Kultur, Stefan Petraschwesky, 10. März 2019

„Das Stück versucht nicht zu erklären, warum passierte, was 2015 passiert ist. Dafür macht es klar, dass Krieg und (fehlende) Arbeit schon immer Anlass für Migration waren, aus Sachsen hinaus - und hinein. Die menschliche Botschaft: Freital kann das Zuhause für viele sein, wenn die Gesellschaft nur zusammenhält. Also doch eine Stadt wie jede andere. Ein wichtiges Signal.“
Dresdner Morgenpost, hn, 11. März 2019

„In „Früher war alles“ treten deshalb vier Generationen auf: die ganz Alten, die noch die Weltkriegserfahrung mitbringen, als Erinnerung in den Erzählungen; die Mittsiebziger, die die DDR aufgebaut haben und von einem besseren Deutschland träumten; die Fünfziger, die vor allem die Nachwende-Erfahrungen und Enttäuschungen schultern müssen; und die Kinder- und Enkelgeneration, die die DDR nur vom Hörensagen kennt. Laucke arbeitet in seinem Text die unterschiedlichen Haltungen heraus, benutzt dabei einen sehr knappen Stil – kein Wort zuviel. Die Akteure auf der Bühne tragen diese Texte mehr vor, lauschen ihnen nach, als dass sie sie naturalistisch erspielen würden. So entsteht der Eindruck einer Suche nach einem So-geworden-sein durchaus passend. Ja näher dabei die gespielte Zeit an die eigene heranreicht, desto spannender dieser Vortrag.“
MDR Kultur, s.o.

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