Gentrifizierungsposse

„Mietgroschenoper“ mit sprechendem Igel

vom 9.7.2020

Iris Becher / Martin Hohner / Elisabeth Kopp / Henry Meyer
Bild: Laura Nickel

Die Uraufführung von Dirk Lauckes Posse NUR DAS BESTE am Theater Freiburg haben Regisseur Bastian Kabuth und Bühnenbildnerin Manuela Freigang in ein Gebirge aus zerknülltem Zeitungspapier vor einer Videoprojektionswand verlegt, ...

...wo Kulturprekariat, Kreativhippster und schöngeistige Miethaie zwischen verrutschten Headlines aufeinanderstoßen. Denn Ludi, der Zeitungskarikaturist mit Familie und ohne feste Einkünfte, hat mal wieder die Miete nicht rechtzeitig zahlen können…

„Klar: Im Stück um einen Karikaturisten sind alle Figuren Karikaturen. Aber tatsächlich ist NUR DAS BESTE eine Art Sozialdrama unter Mietern und Vermietern; auch wenn das Personal fast durchweg ziemlich durchgeknallt daherkommt…“
die-deutsche-buehne, Michael Laages, 06.07.2020

„Es sind Leute vom sozialen Rand, von denen er (Dirk Laucke) erzählt – in dem Fall, die ins Miet-Prekariat hineinstürzen und nicht wissen, wie sie da wieder herauskommen.“
Fazit/Deutschlandradio Kultur, Michael Laages, 04.07.2020

„Und dann gibt’s da noch den Igel. Und damit ist man auch bei der Inszenierungsidee von Regisseur Bastian Kabuth. Denn der Igel, den Ludi und Sannes Tochter an einem Autoreifen finden, führt auf der Projektionswand durch das Stück (…) Und ganz am Ende bekommt er sogar eine Erzählstimme, bei der man nur darauf wartet, dass sie sich mit „Howdy Leute“ verabschiedet. Aus Sicht des Igels sind die im Stück verhandelten Nöte sicher nur eine Posse, denn er lebt sowieso im Freien.“
„Man hört dieser Inszenierung einfach gern zu. Das liegt nicht nur an der Auswahl der Songs, sondern auch an der Musikalität von Lauckes Sprache und der Umsetzung durch das Ensemble. (…) Nur der Igel hat noch das Sprachregister von Friedrich Engels zur Verfügung, um sich zur Wehr zu setzen. Die Bohème geht lieber wie die Kapelle auf der Titanic in cooler Pose zugrunde.“
nachtkritik, Jürgen Reuß, 05.07.2020

„Der Humor ist mit einer Art von Wortwitz begleitet, der Laucke immer eigentlich als scharfen Zyniker ausweist - einer, der sehr genau gesellschaftliche Probleme analysiert und die Leute in ihrer Verzweiflung natürlich so darüber reden lässt, dass es heiter ist und possenhaft. Aber vor allem ist es ein Drama, ein Sozialdrama.“
Fazit/DLR Kultur, s.o.

„Nur das Beste!“

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