Nibelungen aktuell

NIBELUNGENLEADER als große Erzählung in Konstanz

vom 8.10.2020

Bild: Theater Konstanz/Bjørn Jansen

Der neue Leiter des Jungen Theaters Konstanz präsentiert sich auch als Autor und Regisseur der Auftaktinszenierung. Zusammen mit sechs Schauspielern untersucht Kristo Šagor die Aktualität des Archaischen.

„Sie wollen ihn loshaben, jede und jeder aus eigenem Grund. Deshalb vielleicht ist dieses Mordinstrument so monströs geraten. Erinnert an den Drachen, den Siegfried eingangs besiegt und in dessen Blut er gebadet hat. Da scheint jemanden seine eigene Geschichte eingeholt zu haben. (…) Šagors Text ist perspektivisch, vielstimmig, enthält Erzählpassagen und verwischt Grenzen einzelner Figuren. Joachim-Willhelm Zarculea spielt neben Burgunderkönig Gunther ansatzweise auch noch dessen beide Königsbrüder mit. Die Inszenierung ist jugendaffin, hat Witz und Dynamik und impft diesen mythenschweren Stoff mit Leichtigkeit. Was ist Liebe? Was ist Verrat? Und natürlich: Was ist ein Held? Immer wieder jongliert sie mit den Ebenen, ist mal im Sagenstoff, mal außerhalb.“ Maria Schopp, Südkurier, 6. Oktober 2020

„Sechs Personen ergründen einen Mythos: Das war für Kristo Šagor die Versuchsanordnung für NIBELUNGENLEADER. (…) Ein Stück, knapp zwei Stunden lang ohne Pause, das schnell und sprunghaft ist und das Spielen und Erzählen selbst zum Thema macht. Die Beweg- und Abgründe menschlichen Handels ständig hinterfragt.“ Bettina Kugler, St. Galler Tagblatt, 6. Oktober

„Er (Šagor) erzählt die Geschichte in ihren Abläufen so, wie sie dem Mythos eingeschrieben sind (…) dabei die Zuhörer, pardon die Zuschauer, so herausfordernd, dass sie die Geschichte, die sie zugleich als Verhandlung erleben, selbst ergänzen, selbst das archaische Momentum in gegenwärtige Erfahrung transformieren müssen. (…) Wenn sich die Inszenierung auch einer Interpretation des Textes weitgehend verweigert (abgesehen von der Vorgabe des Titels), so entwickelt sie eine hohe Konzentration (…), weil der Sprechrhythmus so ausgefeilt ist, dass selbst dort, wo sich in der Sprache des Mythos der Slang eines Jugendspeaks mischt, die musikalischen Strukturen des Textes durchscheinen. Ein gelungener Abend zu Beginn der neuen Intendanz von Karin Becker in Konstanz.“ Manfred Jahnke, die deutsche bühne, 4. Oktober 2020

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