Uraufführung

Märchenhaft, aber bizarr und wahr

vom 15.9.2021

Bild: Henrik Matzen / Schleswig-Holsteinisches Landestheater

Mit einer Schanz-Uraufführung in Göttingen ging die Kiepenheuer-Spielzeit 20/21 zu Ende. Mit einer Schanz-Uraufführung in Rendsburg nimmt die neue Spielzeit rasant Fahrt auf. Die Konstellation ist klar: DER LEIBARZT, SEIN KÖNIG UND BEIDER FRAU.

Es ist eine der spannendsten Episoden der gemeinsamen Geschichte Dänemarks und Schleswig-Holsteins: die sogenannte Struensee-Affäre. Johann Friedrich Struensee war ein deutscher Armenarzt, der im Königreich Dänemark zum mächtigsten Mann aufstieg, dann aber tief fiel. Das Landestheater hat den Autoren Peter Schanz damit beauftragt, darüber ein Theaterstück zu schreiben. Mit diesem Stück, Titel: "Der Leibarzt, sein König und beider Frau", geht das Landestheater Rendsburg in die neue Spielzeit.
NDR, Schleswig-Holstein Magazin

Die Uraufführung in Rendsburg wurde mit viel Wohlwollen aufgenommen. Auf einer mit mobilen Stellwänden zeitlos eingerichteten Bühne verdichtet Regisseur Wolfgang Hofmann die schicksalhaften Momente in Struensees Vita in rascher Szenenfolge. Die Figuren, die Zeitsprünge durch knappe Zusammenfassungen überbrücken, lässt er in historischen Kostümen auftreten (Ausstattung. Martin Apelt), ihre Sprache, meist im Duktus des 18. Jahrhunderts verwurzelt, ist mit sehr heutigen Versatzstücken angereichert – die pointierten verbalen Ausreißer sorgten im Publikum für Heiterkeit.
Sabine Christiani, Schleswig-Holsteinische Landeszeitung, 06.09.2021

„Dass Peter Schanz gerne mit Worten spielt und so zwischen den Zeilen so manchen klugen Gedanken versteckt“, schreibt Reiner Schmedemann in seiner Leserkritik für nachtkritik.de.
„Das Stück spielt in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Somit hat sich Martin Apelt für eine Bühne der Hoftheatertradition entschieden, die von Symmetrie und Formalisierung geprägt ist. Seine Kostüme sind historisch ausgerichtet und erzielen in einer klugen Lichtregie beeindruckende Effekte. In der Inszenierung von Wolfgang Hofmann beeindrucken vor allem die zahlreichen Tableaus, die an Gemälde der Zeit erinnern. (…) Eine märchenhafte Geschichte aus vergangener Zeit, ohne ein Happy End und mit der Frage „Muss man aus allem etwas lernen“. Nein, aber es wäre gut, wenn man es täte und Geschichte sich nicht ständig wiederholen muss. Ein gelungener Einstieg in eine neue Spielzeit.“
Reiner Schmedemann, nachtkritik.de – Leserkritik, 06.09.20

„Der Leibarzt, der König und beider Frau“

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