Ein Satz mit Folgen

vom 18.10.2017


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Im Frühjahr dieses Jahres richtete Maaike van Langen im Deutschen Theater Berlin eine Lesung von Magne van den Bergs Vier-Personen-Stück DAS LANGE NACHSPIEL EINER KURZEN MITTEILUNG ein. Nun inszenierte sie das Stück am Stadttheater Ingolstadt als deutschsprachige Erstaufführung. Publikum und Kritik zeigten sich erfreut über den kunstvoll komponierten Text, der in kurzen Dialogen - anfangs komödiantisch, dann zunehmend existentiell - das Auseinanderleben einer Gemeinschaft nachzeichnet. Zu den Kritiken:

„Maaike van Langens Inszenierung zeugt von hoher Kunstfertigkeit. Sie überträgt die rhythmische Struktur des Textes in Spiel, in Kampf, in Tanz - und bietet der Musik der Sprache Raum. (…) Aufregend ist das, den Schauspielern bei diesem Seelenstrip zuzusehen, der so harmlos beginnt, aber sich ins Existenzielle steigert. Wie sie nach Worten suchen, den Worten Bedeutung abringen, Sätze kosten, wiederholen und dabei ins Gegenteil verkehren. Das ist von der Autorin clever gedacht und von den Schauspielern virtuos gemacht. (…) Großartig ist ihr Zusammenspiel, weil sie den kühn komponierten Text, der wie ein Mix aus Woody Allen und Lars Norén anmutet, mit so viel Leben, Skurrilität, Drastik und Melancholie zu füllen vermögen. Nach 65 Minuten gibt es dafür langen Applaus.“
Anja Witzke, Donaukurier, 15.10.2017

„Wegwollen, sehen, ob man woanders wer anders ist, frei, glücklich und nicht nur zufrieden – das mag Jon durch den Kopf gehen, als er seine drei Freunde Johan, Sjon und Louise wissen lässt, er trage sich mit dem Gedanken wegzugehen. Damit ist eine Emotions-Lawine aus Mutmaßungen, Verdächtigungen und Unterstellungen losgetreten, die alle Gewohnheiten und Gewissheiten unter sich begräbt. (…) Auch wenn es gelegentlich recht körperlich zur Sache geht und Bühnenblut zum Einsatz kommt, stört kein theatralischer Aktionismus die Wirkung des Wortes. Yael Ehrenkönig, Claudio Gatzke, Robert Naumann und Maik Rogge liefern hochkonzentriert die scheinbar simplen Dialoge ab.“
Michael Heberling, Augsburger Allgemeine, 16.10.2017

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