Der Flüchtlingsstrom zwischen Kunst- und Kickbox-Strategen

vom 11.6.2018


© Katrin Ribbe

Flüchtlinge als Chance: In Dirk Lauckes NUR DIE HARTEN (KOMMEN IN DEN GARTEN), das in jenem Sommer 2015 spielt, eben dort an der Außengrenze Südosteuropas und parallel hier bei uns, sollen ausgerechnet Flüchtlinge die Protagonisten in Deutschland aus ihren persönlichen Miseren retten. Die zwei korrespondierenden Handlungsstränge mit reichlich Konfliktpotenzial von drei Filmemachern, die ungeplant zu handfesten Fluchthelfern avancieren einerseits und zwei alternden Kickboxern, die wider die eigene Frustration zu Förderern eines Flüchtlingsmädchens mit Kampftalent werden andererseits, lässt Hausherr Florian Fiedler als Uraufführungsregisseur in Oberhausen gekonnt pointiert „aufeinander zurasen, dass es Funken der Komik regnet“.

Pressestimmen:

..., schreibt Jens Dirksen in der WAZ und lobt Dirk Laucke als einen der namhaftesten Stückeschreiber der Republik, der das Händchen dafür habe, solche “Großkonfliktpotenziale“ derart federleicht auf die Bühne zu transportieren. „Dirk Laucke hat, in der Manier eines Ödön von Horvat, fünf Figuren aus Schichtsprache und Hochdeutsch-Witz erzeugt, die der Realität furchtbar nahe kommen, ohne Verwechslungsgefahr aufkommen zu lassen. Dialog-Sätze fliegen dem Publikum um die Ohren, als wärs ein Battle-Rap, und die 80 Minuten rasante Inszenierung des Hausherrn Florian Fiedler im spartanischen Saal-2-Bühnenbild von Ines Loska würde auch dann erfrischend jung wirken, wenn die fünf Schauspieler nicht so punktgenau besetzt wären und eine grandios kernige Vorstellung abliefern würden.“
Jens Dirksen, WAZ/NRZ, 5. Juni 2018

„Seine (Lauckes) Perspektive auf die Zeit der Willkommenskultur, die schon die Saat späterer Entwicklungen in sich trug, ist unsentimental und kritisch. Von „Helfernarzissmus“ ist einmal die Rede. Um diesen Zweispalt, dieses permanente Nebeneinander von Altruismus und Egoismus, hehren Idealen und handfesten Interessen, geht es Laucke. (…) Auf der einen Seite bildet er luzide die gesellschaftlichen Verwerfungen des Jahres 2015 ab und erzählt ganz lakonisch vom Scheitern nahezu aller Bemühungen seiner Figuren. Auf der anderen schlägt er mit seinen pointierten Dialogen und komödiantischen Zuspitzungen einen überraschend hoffnungsvollen Ton an. Und den greift Regisseur Florian Fiedler dankbar auf. Er setzt in seiner spielerisch leichten Uraufführungsinszenierung vor allem auf die Komik der Szenen wie der (verbalen) Gefechte.“
Sascha Westphal, nachtkritik, 5.Juni 2018

„Schnoddriges, temporeiches Gegenwartsdrama“ attestiert Martin Krumpholz in der Süddeutschen vom 6.Mai 2018, in dem die Fantasie des Zuschauers die Hauptrolle übernimmt, Konflikte so akut bleiben wie Glücksmomente rar und das Verständnis für die Perspektive des anderen eine Herausforderung für alle Beteiligten.

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